Zurück zu Teil 5: Der Teufelskreis
1993
Im April erfolgt einer der schwersten Bombenanschläge in London, ganze Blocks werden schwer beschädigt.
Beginn einer Friedensinitiative von Gerry Adams (Sinn Féin) und John Hume.
Am 15. Dezember unterzeichnen Irlands Taoiseach (sprich "Tie-schock") Albert Reynolds und der britische Premier John Major die Downing Street Declaration, in der als gemeinsames Ziel der Frieden in "Nordirland", eine Vereinigung mit der Republik Irland und die Einbeziehung aller Parteien am Verhandlungstisch erklärt werden. Als Bedingung für Verhandlungen wird eine Waffenstillstandserklärung von der IRA verlangt.
1994
Die IRA erklärt einen Waffenstillstand, dem sich einen Monat später die loyalistischen Gruppen anschließen. Er wird mehrmals gebrochen.
1995
In der Republik Irland votieren die Bürger sehr knapp für das Recht auf Ehescheidung.
1997
Der Waffenstillstand gilt wieder.
Sinn Féin gewinnt zwei Sitze im Londoner Unterhaus.
1998
Die britische Regierung schafft das Internierungsgesetz, offiziell eingeführt 1971, ab.
Im Mai stimmen die Bürger in Irland und "Nordirland" in getrennten Referenden mit überwältigender Mehrheit für das Karfreitagsabkommen. Kernpunkte: "Nordirland" erhält ein Regionalparlament, Entwaffnung der paramilitärischen Gruppen, die Republik Irland streicht den Anspruch auf "Nordirland" aus ihrer Verfassung.
Verschiedene Splittergruppen führen die Anschläge fort, darunter der von Omagh, bei dem 29 Menschen sterben. In Antrim sterben drei Kinder bei einer Brandstiftung durch Loyalisten.
John Hume (SDLP) und David Trimble (Ulster Unionist Party) gewinnen gemeinsam den Friedensnobelpreis.
Die boomende Wirtschaft in der Republik Irland erhält den Namen "Celtic Tiger".
1999
Die seit 1972 bestehende britische Direktherrschaft über "Nordirland" wird abgeschafft und die Macht wieder ans Parlament abgegeben. Ein gemeinsamer Nord-Süd-Ministerrat wird eingerichtet.
Die Auszählung einer Volksabstimmung in der Republik endet zugunsten der Ehescheidung.
Irland übernimmt den Euro als Währung.
2000
Im Streit um die Entwaffnung der Terroristen wird das nordirische Parlament suspendiert und die Direktherrschaft wieder eingeführt (Januar-Juni).
2001
Die IRA erklärt sich im Oktober bereit, ihre Waffen abzugeben oder unbrauchbar zu machen. Dies vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass, nachdem eine Horde Fanatiker am 11.9.2001 mit entführten Flugzeugen beide Türme des World Trade Center in New York zum Einsturz brachte sowie das Pentagon in Washington und in der Folgezeit die westliche Sicht auf den Islam schwer beschädigte, die irischstämmige amerikanische Bevölkerung nicht gewillt ist, die IRA weiterhin zu unterstützen. Allerdings spricht niemand von der Entwaffnung der loyalistischen Paramilitärs.
Die Anschläge in den USA nimmt die britische Regierung auch zum Anlass, das Internierungsgesetz wieder einzuführen.
Es kommt wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in "Nordirland", weil Protestanten mit Gewalt verhindern wollen, dass katholische Kinder zu ihrer mitten im protestantischen Gebiet liegenden Schule gehen.
2002
Die IRA entschuldigt sich unerwartet für die Tode von Hunderten "Nicht-Kämpfern", die in den letzten 30 Jahren in "Nordirland" ums Leben kamen.
2003
Es entbrennt ein hitziger Streit über das ab 1.1.2004 u.a. in allen Pubs geplante Rauchverbot.
In "Nordirland" gewinnen die radikaleren Kräfte (Gerry Adams für Sinn Fein und der radikale protestantische Hetzprediger Ian Paisley) bei den Wahlen die Oberhand.
Zurück zur Startseite
Nach oben
© Norbert Kulawik,