Die Dubliner Post heute

Der Osteraufstand 1916

Diese Geschichte dürfte man nicht glauben, wenn sie nicht tatsächlich passiert wäre.

Hintergründiges

Mit Beginn des ersten Weltkrieges erkannten die nationalistischen Kräfte in Irland ihre Chance: Englands difficulty is Irelands opportunity (Englands Schwierigkeit ist Irlands Chance). Iren auf der ganzen Welt feierten den Kriegseintritt Englands.

Die Chance gab es eigentlich schon länger: England wollte Irland das Recht auf „Home Rule“, also politische Autonomie innerhalb des „Imperiums“, gewähren. Die Hoffnung war, die Iren auf friedlichem Wege und ein für allemal zu unabhängigen, aber loyalen Bürgern des Reiches zu machen. Ein großer Teil der Iren war dafür, und viele zogen nicht zuletzt deshalb an der Seite der Engländer in den Krieg.

Die dünne protestantische Mehrheit in der Provinz Ulster (Teile davon bilden heute das Phänomen „Nordirland“) lehnte die Home Rule jedoch kategorisch ab. Man setzte Home Rule aufgrund der katholischen Mehrheit im Rest des Landes mit „Rome Rule“ gleich, einer Herrschaft der römischen Kirche, und war entschlossen, die Zugehörigkeit zu England mit Waffengewalt – auch gegen die britische Armee – zu erhalten, da sie (als Iren) eine Teilung auch ablehnten.

Da die Ulster Volunteers bewaffnet waren, schmuggelten auch die für die Unabhängigkeit eintretenden Irish Volunteers Waffen ins Land – aus Deutschland.

Ein Aufstand in Irland deutete sich an, um in einer Friedenskonferenz nach dem Krieg den Status der Unabhängigkeit für Irland zu erwirken.

Der irischstämmige ehemalige britische Konsul in Afrika, Sir Roger Casement, reiste nach Deutschland, um Truppen- und Waffenunterstützung für Irland zu erreichen. (Eine detaillierte Erzählung dieser Ereignisse findet sich im Artikel Die letzte Reise des Sir Roger Casement, daher werden sie hier nur am Rande behandelt.)

Planungen und Streitigkeiten

Abgesehen von Casements Schwierigkeiten war es auch in Irland nicht leicht, alle Kräfte zu einem Aufstand zu überreden. Insbesondere die Führer der Irish Volunteers, Eoin MacNeill, Bulmer Hobson und Michael O’Rahilly, waren dagegen. Die gewaltbereite IRB (Irish-Republican Brotherhood) unter Leitung von Thomas Clarke, Sean McDermott und Patrick Pearse, den Drahtziehern des geplanten Aufstandes, begann, führende Posten bei den Volunteers zu besetzen.

Auch von anderer Seite war es kompliziert. Der radikale Gewerkschafter und Anführer der Dubliner Citizen Army, James Connolly, wollte zur Not auf eigene Faust einen Aufstand vom Zaun brechen. Auch er musste irgendwie unter Kontrolle gebracht werden, und im Januar 1916 erklärte er sich endlich bereit, mit der IRB zusammenzuarbeiten. MacNeill allerdings wurde im Dunkeln gelassen, da er sonst Gegenmaßnahmen ergriffen hätte. Man versuchte, ihn regelrecht zu täuschen, um ihn zur Zustimmung zum Aufstand zu bewegen.

Den Volunteers im ganzen Lande wurde mitgeteilt, man plane landesweit Manöver für Ostersonntag 1916. Strengste Geheimhaltung war erforderlich, weil bislang noch jeder irische Aufstand verraten worden war. Man setzte vollstes Vertrauen in Casement und rechnete fest mit deutschen Waffenlieferungen. Dabei unterlief ein folgenschweres Missverständnis bezüglich des Liefertermins.

Da die Briten seit Beginn des Krieges im Besitz der deutschen Kommunikations-Codes waren, waren sie über die Kontakte der Iren in den USA mit Deutschland im Bilde und wussten auf diesem Wege auch von den geplanten Aufständen.

Eine Woche

Am Montag vor Ostern trat der Militärrat (alles Mitglieder der IRB) in Dublin zusammen und erklärte sich zur Provisorischen Regierung der Republik Irland. Patrick Pearse wurde zum Präsidenten gewählt. Gleichzeitig wurde der Text der Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Bemerkenswert waren die unter Connollys Einfluss hinzugenommenen Erklärungen über die Religionsfreiheit und die Gleichheit aller Bürger einschließlich der Frauen. (Die englische Fassung dieses Textes findet sich hier: Die Unabhängigkeitserklärung.)

Der listig getäuschte MacNeill erfuhr in der Nacht zum Karfreitag vom hinter seinem Rücken vorbereiteten Aufstand. Auf der Stelle konfrontierte er Pearse damit, warf ihm vor, ein sinnloses, pathetisches Blutvergießen veranstalten zu wollen und kündigte an, den Aufstand mit allen Mitteln zu verhindern. Am Morgen ließ er sich aber überreden und erklärte, sich zurückzuhalten und die Führung Pearse zu überlassen.

In der selben Nacht landete Casement von einem deutschen U-Boot aus am Banna-Strand bei Tralee und wurde am Morgen verhaftet. Das Schiff mit der Waffenlieferung wurde von der britischen Marine gestellt und im Hafen von Queenstown von der deutschen Besatzung versenkt.

Als MacNeill in der Nacht zum Ostersonntag davon erfuhr, ließ er den Aufstand (die „Manöver“) nun doch per Zeitungsartikel absagen. Die britischen Behörden waren beruhigt. Das brachte Clarke und die anderen in Schwierigkeiten: die Moral würde sinken, wenn man den Aufstand absagte, und wenn man ihn durchzog, würde die Bewegung möglicherweise zerbrechen. Es wurde jedoch entschieden, am Ostermontag in Dublin – und nur dort –  den Aufstand wie geplant durchzuführen. Erstens erschien ein gescheiterter Aufstand besser als gar kein Aufstand, und zweitens hoffte man darauf, dass sich die Volunteers im Rest des Landes doch noch anschließen würden.

In der Nacht zum Ostermontag wurden auf Seiten der Rebellen die letzten Vorbereitungen getroffen. Die britische Verwaltung hatte sich gerade zögerlich entschieden, die bekannten Rebellen „in der nächsten Zeit“ festnehmen zu lassen.

Die Woche

Am Ostermontag (der 24. April 1916) war Dublin in Ferienstimmung. Urlauber und Spaziergänger überall, die Bahnhöfe überfüllt. Kuriere gingen durch die Stadt und weckten die „Soldaten“. Nun doch Manöver. Viele kamen nicht, weil sie unterwegs waren oder zuviel gefeiert hatten. Etwa tausend schlecht bewaffnete Leute schickten sich an, England herauszufordern. Patrick Pearse, theoretisch der gewählte Präsident der Republik Irland, fuhr mit dem Fahrrad in die Kirche.

Gegen Mittag sammelten sich die Soldaten. Sie waren nun nicht mehr Mitglieder der Volunteers oder der Citizen Army, sondern sie waren die Irish Republican Army. Immernoch wussten nur wenige, dass dies der Aufstand war.

Das erste Bataillon unter Führung von Edward Daly sollte das Justizgebäude und das Gebiet westlich der Hauptpost, dem Hauptquartier, besetzen. Das zweite, geführt von Thomas MacDonagh, sollte eine Keksfabrik im Süden der Stadt besetzen. Die Fabrik besaß zwei hohe Türme mit gutem Rundblick, und sie würden nicht hungern müssen. Der Führer des dritten Bataillons war Eamon De Valera. Er hatte ein großes Gebiet im Osten der Stadt zu verteidigen, hatte dafür aber – wie eigentlich alle – viel zu wenig Leute. Das vierte Bataillon sollte ebenfalls eine große Fläche im Süden Dublins besetzt halten. Angeführt wurde es von Eamonn Kent.

Ein fünftes Bataillon sollte die Hauptpost nach Norden hin absichern. Kleinere Gruppen marschierten zum St. Stephen’s Green, zur Dubliner Burg (dem Verwaltungssitz) und endlich zur Hauptpost, deren Renovierung vor sechs Wochen fertiggestellt worden war. Die Burg selbst sollte nicht besetzt werden, jedoch wollte man verhindern, dass Soldaten aus der Burg abrücken konnten. Bei der Burg gab es auch die ersten Todesopfer, die jedoch eher auf allgemeine Nervosität bei Briten und Iren zurückzuführen waren.

George Plunkett, der eine Gruppe von Volunteers befehligte, kaperte eine Straßenbahn und zwang den Fahrer mit der Pistole, die Gruppe in die Stadt zu fahren. Dann kaufte er 52 Fahrkarten. Überall in der Stadt wurden aus Autos, Wagen, Straßenbahnen und allem Möglichen Barrikaden errichtet.

Abgesehen von kleinen Zwischenfällen funktionierte alles reibungslos. Die Briten wurden auf dem falschen Fuß überrascht. Viele Soldaten und Offiziere hatten wegen der Feiertage Urlaub, den restlichen war die Lage völlig unklar. Auf dem Dach der Hauptpost wurde der Union Jack durch eine grüne Flagge ersetzt. Um 12.45 Uhr verlas Patrick Pearse vor der Hauptpost einer kleinen Menge Schau-Belustigter die Unabhängigkeitserklärung.

Ab etwa 13.30 Uhr begannen die Briten zurückzuschießen. Um 14.15 Uhr trafen per Eisenbahn die ersten britischen Verstärkungstruppen ein. Weitere Truppen aus verschiedenen Landesteilen und England waren unterwegs. Die Armen Dublins begannen mit Plünderungen, da von Polizei nichts zu sehen war. Besonders die teuren Läden in der Sackville Street (heute die O’Connell Street) waren ihr Ziel.

Der Dienstag verlief relativ ruhig. Die Briten erweiterten und festigten ihre Stellungen. Weitere Truppen trafen ein und brachten schwere Geschütze mit, und ein Kanonenboot ging in Stellung. Am Abend verkündete Pearse öffentlich ein gerüttelt Maß anfeuernder Lügen, unter anderem, dass sich ganz Irland erhoben hätte.

Die Briten zeigten sich auch nicht gerade von ihrer besten Seite. Einige Soldaten begannen zu randalieren und wahllos auf Leute zu schießen. Der Hauptmann Bowen-Colthurst ließ den bekannten Pazifisten Sheehy-Skeffington und einige königstreue Reporter erschießen. Das war nur der Beginn seines hemmungslosen weltfremden Privatkrieges gegen die „Sinn Feiners“.

Am Mittwoch kamen weitere Truppen an, zum Teil unter chaotischen Verhältnissen. Sie wurden von der Bevölkerung gefeiert, weil diese wütend auf die Zerstörungen und die vielfältigen Behinderungen durch den Aufstand waren. In der Mount Street im Südosten Dublins versuchte ein Teil dieser Truppen, mit aller Gewalt – und irrtümlich – über die Brücke über den Kanal zu kommen. Sie wussten nicht, dass dies die einzige Brücke von ganz Dublin war, die sich überhaupt in der Hand der Rebellen befand, und erlitten heftige Verluste.

Am Donnerstag begann der Beschuss der Hauptpost mit aller Macht. Viele Gebäude in der Nähe standen bereits in Flammen, und da die Feuerwehr nicht mehr kam, breitete sich das Feuer aus. Die Rebellen waren erschöpft. Sie waren müde, hatten Hunger, und die Munition begann ihnen auszugehen. Gleichzeitig gerieten sie unter immer stärkeren Druck der übermächtigen Briten. Sie begannen sich von einzelnen Vorposten zurückzuziehen. Aber sie waren überrascht und eigentlich froh, so lange – länger als jeder andere Aufstand – durchgehalten zu haben. Am Abend explodierte eine Raffinerie und verschärfte die Feuersbrunst.

In der Nacht zum Freitag traf General Sir John Maxwell in Dublin ein. Er hatte bereits in Ägypten große Erfolge gefeiert, und der englische Kriegsminister Lord Kitchener persönlich hatte ihn ausgewählt. Die Politiker hatten versagt. Jetzte musste ein Soldat ran. Er hatte 12.000 Soldaten unter seinem Kommando und überblickte sofort die für die Rebellen hoffnungslose Lage. Er befahl ein Ende der bisher verfolgten eher vorsichtigen Strategie.

Der Freitag begann mit erneutem Bombardement, sobald genug Licht war. Die Soldaten beschossen vermehrt die Hauptpost mit Brandbomben. Connolly versuchte inzwischen ebenfalls, mit überzogenen Durchhaltemärchen die Moral zu heben. Er fügte der Geschichte von den Aufständen im ganzen Land noch Unterstützung durch die Deutschen und die USA hinzu. Pearse war da ehrlicher geworden.

Man begann zu überlegen, wie man die Hauptpost evakuieren könnte. Am Abend wurden zuerst die hier gefangenen englischen Soldaten mit einer weißen Fahne freigelassen. Auf der Straße wurden sie von ihren eigenen Leuten beschossen. Dann machten sich die ersten Rebellengruppen unter starken Verlusten auf den Weg.

Am Samstagmorgen kam es zu einem Massaker in der North King Street. Die Briten hatten hier hohe Verluste hinnehmen müssen. Briten wie Rebellen schlugen in den Häuserreihen Wände ein, um vorwärtszukommen. Erstere gingen nicht gerade zimperlich mit den Einwohnern um, weil sie vermuteten, sie hielten Rebellen versteckt. Viele Leute, die weiße Fahnen trugen, wurden erschossen.

Kapitulation

Gegen 11 Uhr entschieden sich die Mitglieder der Provisorischen Regierung, die in der Moore Street Unterschlupf gefunden hatten, Kapitulationsverhandlungen aufzunehmen. Besonders Patrick Pearse, eigentlich Urheber von Sätzen wie „Das alte Herz der Erde musste mit dem roten Wein des Schlachtfeldes gewärmt werden“, stimmte aus Sorge für die Dubliner Bevölkerung, die schon viel erlitten hatte, für die Aufgabe.

Um 15.30 Uhr übergab Pearse, der auf seine romantische Weise in der Kapitulation einen Sieg sah, General Lowe, dem Generalkommandanten der britischen Armee in Irland, symbolisch seinen Säbel. Als er durchsucht wurde, fand man eine Zwiebel. Hunger hatte es in der Hauptpost nicht gegeben. Um 15.45 unterschrieb er den Befehl zur bedingungslosen Kapitulation.

Als einziger der Rebellenführer war O’Rahilly ums Leben gekommen, er, der zunächst strikt gegen den Aufstand gewesen war. James Connolly war schwer verwundet. Die meisten Rebellen aus der Hauptpost verbrachten die Nacht unter erbärmlichen Bedingungen und schikaniert von britischen Offizieren auf dem Platz vor dem Rotunda Hospital.

Am Sonntag wurde der Kapitulationsbefehl in die anderen Stellungen der Rebellen überbracht. Die Gefangenen vom Rotunda wurden zur Richmond-Kaserne abgeführt. Auf dem Weg kühlte die Bevölkerung ihre Wut an ihnen und bewarf sie mit allerlei Schmutz. Auch die britischen Schikanen gingen weiter. Die Rebellen wurden in verschiedenen Kasernen und Gefängnissen inhaftiert oder gleich nach England deportiert.

Abschluss

Große Teile Dublins waren schwer beschädigt oder lagen in Trümmern. Viele Geschäfte waren geplündert. Barrikaden aus Straßenbahnwagen, Autos und Möbeln blockierten die Straßen. Tier- und Menschenleichen lagen überall. Die zahlreichen Feuer konnten erst nach und nach unter Kontrolle gebracht werden.

Es gab 184 Opfer unter den Rebellen, 530 bei den englischen Truppen und 2300 unter den Zivilisten (jeweils Tote und Verwundete).

Die Reaktionen auf das Ende waren sehr verschieden. Die Irish Times zum Beispiel begrüßte das harte Vorgehen der Engländer und forderte strenge Strafen. Andere fürchteten dunkel eine katastrophale Wirkung von Hinrichtungen. Maxwell wollte mit aller Härte ein für allemal gegen die „Sinn Feiners“ vorgehen und bekam freie Hand von Premierminister Asquith. In London hielt man die Rolle Deutschlands beim Aufstand für wesentlich größer, als sie war.

Im ganzen Land wurden großangelegte Razzien vorgenommen. Die Häuser von Rebellen wurden durchsucht, Angehörige festgenommen. Selbst Leute, die erklärtermaßen gegen den Aufstand und jede Form von Gewalt waren, wurden nicht verschont.

MacDonagh, Clarke und Pearse wurden einzeln, ohne Anwalt und Zeit für eine Vorbereitung vor ein Kriegsgericht gestellt. Die Anklage lautete unter anderem auch auf „Unterstützung des Feindes“, womit Deutschland gemeint war.

Tom Clarke sagte die ganze Zeit nichts. Er wurde schuldig gesprochen.

Patrick Pearse erklärte, dass sie nur für die Freiheit Irlands gekämpft hatten, so wie England für die Freiheit Belgiens kämpfte. Er wurde schuldig gesprochen, ebenso Thomas MacDonagh.

Maxwell entschied trotz einiger Warnungen, sie erschießen zu lassen.

Hinter den Warnungen stand der Gedanke: Lebenslänglich im Gefängnis würden die meisten sehr schnell vergessen werden – erschossen würden sie zu großen Helden und Märtyrern.

Sie wurden erschossen.

Am nächsten Morgen wurden Edward Daly, Willie Pearse (der Bruder von Patrick), Michael O’Hanrahan und Joe Plunkett, der am Tag zuvor im Gefängnis noch geheiratet hatte, erschossen. Am Nachmittag wurden Sean MacBride, Michael Mallin, Sean Heuston und die Gräfin Constance Markievicz, Engländerin, Protestantin und aktive Kämpferin, zum Tode verurteilt. Das Urteil der Gräfin wurde später in eine Haftstrafe umgewandelt, weil sie eine Frau war. MacBride, Heuston, Mallin, weiterhin Eamonn Kent, Tom Kent und Cornelius Colbert wurden erschossen.

Sean McDermott wurde ebenfalls zum Tode verurteilt. Der verletzte James Connolly wurde von einem Gericht in seinem Krankenzimmer in der Dubliner Burg schuldig gesprochen. Eamon De Valeras Todesurteil wurde ebenfalls in eine Haftstrafe umgewandelt, weil er – theoretisch – Amerikaner war. Nach McDermotts Tod war James Connolly der letzte. Er musste zum Erschießen auf einen Stuhl gebunden werden.

Sir Roger Casement wurde nach mehreren Selbstmorversuchen in London gehängt.

Die meisten der anderen Gefangenen wurden nach England und Wales deportiert.

Es gab insgesamt 3226 Festnahmen, 16 Hinrichtungen und 1862 Deportationen. Es hatten jedoch nur rund 1000 Rebellen überhaupt am Aufstand teilgenommen.

Nachtrag

Hauptmann Colthurst wurde vor einem Kriegsgericht für unzurechnungsfähig erklärt, jedoch nach zwanzig Monaten aus der Haft entlassen.

Die Internierungslager in England wurden zu regelrechten „Rebellenuniversitäten“, in denen auch schon geheimdienstliche Methoden gegen die Engländer erprobt wurden.

Die Welle der Erschießungen änderte die öffentliche Meinung in Irland, wie es von einigen Politikern befürchtet worden war. Die Hingerichteten waren in der neuen Sicht keine weltfremden Verbrecher, sondern aufrichtige, ehrenwerte Iren, die für ihr Land gestorben waren. Eigentlich waren es ja die Engländer, die seit siebenhundert Jahren in Irland mit Gewalt regierten, und die ja nicht einmal ihre deutschen Kriegsgefangenen erschossen. Die Unterstützung für die Briten begann zu schwinden. Endgültig.

William Butler Yeats schrieb: A terrible beauty is born.

Weiterführende Informationen:
Chronologie Teil 4 – Aufstand und Unabhängigkeit
Die letzte Reise des Sir Roger Casement
Text der Unabhängigkeitserklärung
Vom Osteraufstand zur Unabhängigkeit (dort geht die Geschichte nahtlos weiter)

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