St. Patrick’s Day in Berlin – A little on the early side

Bereits heute fanden in Berlin die Feierlichkeiten zum St. Patrick’s Day statt. Es begann mit einer Parade vom Bahnhof Plänterwald (der Plänterwald ist von dort kaum zu sehen) zur „Arena“, einer gemütlichen ehemaligen Betriebshof-Halle für Busse in Treptow. Vor dem Bahnhof stehen „Stewards“ und bieten – für uns vorerst unverständlich – Tickets feil. Etwa eine halbe Stunde nach dem eigentlich geplanten Beginn beginnt es zu regnen, und so kann es unter sachkundiger und wohlklingender Führung der Berlin Pipe Company („Scottish Pipes and Drums“: Bumm, bumm, drr-rrr! Bumm, bumm, drrr-rrrrrr! Niiiiiiiiii…) losgehen.

Der Regen wird schnell zu einem unangenehmen Horizontaldrizzle. Ansonsten ist es eine ziemlich spaßige Veranstaltung. Die meisten Teilnehmer sind Iren, was meine Befürchtungen, es handele sich um eine Variation dieser seltsamen hohlen „Irland-Messen“, auf die ich ein oder zwei Mal hereingefallen bin, zerstreut. Das hier ist glücklicherweise eindeutig die verkehrte Zielgruppe. Viele halten sich an einem Bier fest (Berliner Pilsener, Sternburg, Schultheiß. Brrr.)

An der Spitze der Parade scheucht ein gewisser Patrick eine gewisse Schlange durch die Gegend:

(Der Patrick ist hier weiblich. Berlin hat eben auch bei weiblichen Bischöfen die Nase vorn. Und nein, ich weiß nicht, was in dem Eimer ist.)

Kurz darauf biegt der Zug unter ein paar IMMERGRÜNEN Containern in die Zugangsgasse zur Arena ein. Eine Gasse von der Sorte, wo einen das ungute Gefühl beschleicht, dass das hier kein guter Aufenthaltsort wäre, falls zufällig eine Panik ausbricht. Und genau hier stellen die etwas drängelnden Massen fest, dass sie am Bahnhof Plänterwald keine Tickets gekauft haben. Es entsteht eine Rückwärtsbewegung. Mit viel Glück finden wir einen Steward, der sogar noch Tickets hat, und können das Festgelände betreten.

Wir versuchen etwas zu essen zu bekommen. Rückblickend hätte ich lieber meine Steuerverklärung ausgefüllt. Sage noch einer, die Deutschen seien überorganisiert. Hier muss man sogar für einen (leckeren) Burger und (leckere) Pommes einen kleinen Zettel ziehen.

In den Hallen herrscht eine fragwürdige Athmosphäre. In der ersten bläkt ein einsamer DJ seine zu laute Musik den vorbeitreibenden Leuten entgegen. In einer anschließenden zweiten Halle (dem „Glashaus“) herrscht anfangs auch noch Leere.

„Küss mich unter dem Heizkörper!“ – „Au!“ – „Au!“

Dieses Bild beschreibt den Gesamtreflex.

Mit der Zeit füllt sich das Glashaus aber, einige tanzen spontan, und eine Band beginnt zu spielen. Viel zu leise. Weil natürlich alle dastehen und brabbeln. Stört aber keinen. Ist wie im Pub.

Fazit: Parade super, Festival mau.

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