Shannonbridge

Industrieller Torfraubbau
Provinz Leinster, Grafschaft Offaly
Besucht: Sommer 2003

Arbeiterdenkmal: Torfabbau von Hand
Arbeiterdenkmal: Torfabbau von Hand

Wenn man mal die industrielle Art des Torfabbaus kennenlernen möchte, sollte man nach Shannonbridge fahren (lässt sich gut mit einem Besuch in Clonmacnoise kombinieren, ist gleich um die Ecke). Hier konnte man sich noch bis 2008 mit einer touristenkompatiblen

Feldeisenbahn
Feldeisenbahn

eine Runde durchs Blackwater Bog fahren lassen. Ein fester Zusammenhalt der körpereigenen Knochen ist allerdings Voraussetzung, denn:

Ein Moor ist kein allzu stabiles Planum.
Ein Moor ist kein allzu stabiles Planum.

Auf der Fahrt erfährt man eine Menge Interessantes über den traditionellen und den modernen Torfabbau. Früher (und im privaten Bereich auch heute noch) wurde Torf mit einem speziellen Winkelspaten gestochen und zum Trocknen gestapelt. Manche machen das heute auch mit Baggern. Außerdem gibt es hier eine Sammlung von selbstfahrenden Torfabbau-Foltergeräten aus dem 20. Jahrhundert.

Außer Betrieb
Außer Betrieb

Heute wird in Shannonbridge und ähnlichen Abbaugebieten nur eine sehr dünne Schicht von der Oberfläche abgetragen und zusammengeschoben. Das sieht dann so aus:

Im Hintergrund übrigens die beiden Torf-Kraftwerke
Moderner Torfabbau. Im Hintergrund die beiden Torf-Kraftwerke

Nachdem der Torf noch auf dem Feld getrocknet ist, wird er mit der Feldeisenbahn zum Kraftwerk (das zweite war 2003 noch im Bau) gefahren und verheizt. Da das mit dem Trocknen, wie man weiß, in Irland ein kleines Problem darstellt, ist die allgemeine Aktivität und die Ausbeute sehr witterungsabhängig.

Die nächsten zwei Bilder fassen den höchst komplizierten Ablauf noch einmal zusammen:

Vorher
Vorher
Nachher
Nachher

Die Holzstrünke, die man auf einigen Bildern herumliegen sieht, sind ziemlich alt, denn sie stammen direkt aus dem Torf, und das gerissene Kunsthandwerk, das daraus irgendwelche Objekte herstellt und verkauft, ist auch schon da.

Landschaft
Ehemalige Landschaft

Anmerkung: Zu keinem Zeitpunkt während der gesamten Fahrt und nirgendwo im Besucherzentrum wird erklärt, warum hier für den Erhalt von ein paar Hundert Arbeitsplätzen und für eine absurd geringe Energieausbeute („getrockneter“ Torf enthält bis zu 40% Wasser) eine unwiederbringliche Moorlandschaft komplett zerstört wird. Das Ganze ist für den Staat (d.h. Bord na Mona, die Torfbehörde) ein Zuschussgeschäft. Die „herkömmliche“, also private Art des Torfstechens, zum Teil basierend auf jahrhundertealten „Torfrechten“, lässt die Natur weitgehend intakt.

Landschaft
Wirtschaft

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