Heute vor 100 Jahren war Ostermontag

… und der Osteraufstand begann. Obzwar gescheitert, wird er heute rückblickend als Beginn der Unabhängigkeit angesehen: aus den hingerichteten Anführern wurden Märtyrer, die öffentliche Meinung in Irland drehte sich langsam hin zu Unabhängigkeit, es kam drei Jahre später zu einer Art Guerrillakrieg, der mit der Gründung des Freistaates im Jahr 1921 (und der Teilung Irlands) endete.

In Irland finden zahlreiche Gedenkveranstaltungen zum Osteraufstand statt, unter anderem:

  • eine Kranzniederlegung durch den Präsidenten Michael D. Higgins und den Taoiseach Enda Kenny am Arbour Hill, wo 14 der Anführer des Aufstandes begraben liegen, in Anwesenheit einiger Nachfahren der Anführer
  • eine Parade in Belfast (und ein loyalistischer Protest)
  • Fahnenaufzug der irischen Armee an der Dubliner Hauptpost
  • schon am 21.4. gab es eine Gedenkveranstaltung mit Michael D. Higgins am Banna Strand bei Tralee, wo Roger Casement mit seiner Waffenlieferung für den Aufstand gescheitert war
  • außerdem wird in Manhattan heute auch die irische Fahne gehisst, dazu die Unabhängigkeitserklärung verlesen.

Wer es nachlesen möchte, findet unter anderem auf diesen Seiten einige Informationen dazu:

Und vielleicht schaut sich ja mancher die Unabhängigkeitserklärung auch an und prüft das mit der Gleichberechtigung und der religiösen Freiheit nochmal durch.

Pipes and Whistles 2016

Es ist wieder soweit. Am 16.4.2016 findet das neunte Pipes and Whistles Festival statt – in Berlin, genauer:

(Etwas weiter gefasst, damit auch weitere Anreisen planbar sind.)

😀

Um 18 Uhr beginnt der Einlass, um 19 Uhr geht es los. Auftreten werden Albaluna, die Cobblestones, Adivarius, Nobody Knows, Flammenrausch und MacCabe & Kanaka. Näheres gibt es auf der Webseite des Festivals, auch Hörproben und den Kartenverkauf. Viel Spaß!

Re: Bloody Sunday

Nachdem wegen des „Blutsonntags von Derry“ (am 30.1.1972) im Jahr 2012 Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen wurden, wurde heute ein erster 66-jähriger Verdächtiger verhaftet.

(Damals hatten britische Fallschirmjäger 13 unbewaffnete Demonstranten erschossen, der 14. starb später im Krankenhaus. Die Soldaten behaupteten, dass aus der Demonstration heraus auf sie geschossen worden sei. Siehe auch die Chronologie, Teil 5.)

Es hat ziemlich lange gedauert, bis überhaupt Ermittlungen begonnen haben. Immerhin hat ja nicht irgendwer geschossen, sondern Soldaten im Dienst; und in einer Armee gibt es Befehle, Ordnung, Uniformen, festgelegte Abläufe, eintrainierte Standardsituationen, Berichte. Genau darum geht es bei einer Armee. Das unterscheidet eine Armee von einem bewaffneten Mob. Ich denke, die Beteiligten müssten ziemlich einfach zu finden sein. Sicher lag es am mangelnden politischen Willen Londons, dass so lange nichts passiert ist.

Eine historische Parallele – und das ist ausdrücklich nicht als Vergleich oder Gleichsetzung gemeint: In Deutschland hat man ja auch erst angefangen, ernsthaft gegen Altnazis zu ermitteln, als die meisten von ihnen nach ruhigem Leben eines natürlichen Todes gestorben waren.

Und dann wird wegen Mordes ermittelt – was ich richtig finde. Es erinnert an die Diskussionen über das berühmte Tucholsky-Zitat: Falls es zu einer Verurteilung kommt, sind diese Soldaten dann wirklich… Mörder.